{"id":2161,"date":"2022-08-03T20:04:16","date_gmt":"2022-08-03T18:04:16","guid":{"rendered":"https:\/\/kernsverlag.com\/die-jahresexkursion-der-gfu-nach-suedwestfrankreich-vom-29-august-bis-zum-05-september-2021\/"},"modified":"2022-08-17T19:43:52","modified_gmt":"2022-08-17T17:43:52","slug":"die-jahresexkursion-der-gfu-nach-suedwestfrankreich-vom-29-august-bis-zum-05-september-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kernsverlag.com\/en\/die-jahresexkursion-der-gfu-nach-suedwestfrankreich-vom-29-august-bis-zum-05-september-2021\/","title":{"rendered":"Annual Excursion of the GfU to Southwestern France, August 29 to September 5, 2021"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dorothea Leiser (Haar bei M\u00fcnchen)<\/strong><\/p>\n<p>Die Freude war gro\u00df, als diese Exkursion tats\u00e4chlich stattfinden konnte, denn sie war schon f\u00fcr das Jahr 2020 geplant, musste aber wegen der Corona-Pandemie ins Folgejahr und dann nochmals vom traditionellen Pfingsttermin auf den Sp\u00e4tsommer verschoben werden. Sie f\u00fchrte uns in das Tal der V\u00e9z\u00e8re, das mit immerhin f\u00fcnfzehn seiner ungemein reichhaltigen pr\u00e4historischen Fundst\u00e4tten und Bilderh\u00f6hlen seit 1979 auf der Welterbeliste der UNESCO steht (Sabatier 2014), und in dessen n\u00e4here und weitere Umgebung bis nach Bordeaux sowie in den Raum Angoul\u00eame \u2013 kurz: in das Paradies f\u00fcr uns Urgeschichts-Fans (\u00fcbergreifend: F\u00e9lix und Aubarbier 2011).<\/p>\n<h2>1. Tag, Sonntag, 29. August 2021: Solutr\u00e9.<\/h2>\n<p>Um 6 Uhr in der Fr\u00fch ging es auf die weite Reise nach S\u00fcdwestfrankreich. Der \u201eBus voller Nerds\u201c, wie sich die Gruppe augenzwinkernd bezeichnete, legte einen l\u00e4ngeren Aufenthalt in einem Ort ein, dessen Name in der Chronologie der Urgeschichte verewigt ist: in Solutr\u00e9, der Typlokalit\u00e4t des Solutr\u00e9en, benannt 1872 von Gabriel de Mortillet, einem der bedeutendsten franz\u00f6sischen Pr\u00e4historiker seiner Zeit, nachdem die Fundstelle 1866 zuf\u00e4llig entdeckt worden war.<\/p>\n<h3>Mus\u00e9e de Pr\u00e9histoire in Solutr\u00e9.<\/h3>\n<p>Un\u00fcbersehbar \u00fcberragt der markante Kalkfelsen die weitl\u00e4ufigen Weinbaugebiete von Solutr\u00e9 (Abb. 1). Die Gegend tr\u00e4gt wegen ihres reichen Natur- und Kulturerbes zusammen mit nur knapp 50 weiteren die Auszeichnung \u201eGrand Site de France\u201c. In bewusstem Gegensatz dazu schmiegt sich das moderne Museum unauff\u00e4llig an den Fu\u00df des Felsens, um die Sch\u00e4tze dieser bedeutenden Fundstelle im Inneren des Berges zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2137\" aria-describedby=\"caption-attachment-2137\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb1-800x450.jpg\" alt=\"Solutr\u00e9 rock\" width=\"800\" height=\"450\" class=\"size-large wp-image-2138\" srcset=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb1-800x450.jpg 800w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb1-300x169.jpg 300w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb1-768x432.jpg 768w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb1-1536x863.jpg 1536w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb1-2048x1151.jpg 2048w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb1-1920x1080.jpg 1920w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb1-600x337.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2137\" class=\"wp-caption-text\">Fig. 1: The Solutr\u00e9 rock (photo: Dorothea Leiser).<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Museumsleiter Pierre-Guillaume Denis f\u00fchrte uns zuerst durch die aktuelle Sonderausstellung \u00fcber ausgestorbene eiszeitliche Tiere mit mehreren lebensgro\u00dfen Repliken und einigen Mitmach-Stationen. Die Dauerausstellung (Floss 2016) veranschaulicht den ungew\u00f6hnlich langen Zeitraum, der durch Funde aus Solutr\u00e9 und Umgebung belegt ist: Er umfasst ab dem Mittelpal\u00e4olithikum alle Kulturstufen des Pal\u00e4olithikums. Besonders bemerkenswert sind die Elfenbeinperlen in K\u00f6rbchenform aus dem Aurignacien und nat\u00fcrlich die ber\u00fchmten Lorbeerblattspitzen des Solutr\u00e9en. Diese Meisterwerke der Steinbearbeitung wurden hier in gro\u00dfer Zahl und sehr unterschiedlichen Gr\u00f6\u00dfen gefunden und waren so begehrt, dass die Funde nun \u00fcber viele Museen in der ganzen Welt verstreut sind. Dienten die formvollendeten gro\u00dfen, d\u00fcnnen und daher sehr empfindlichen St\u00fccke \u201enur\u201c zur Repr\u00e4sentation? In Staunen versetzt uns eine perfekte Blattspitze aus Bergkristall. Wurden die kleinen feinen Spitzen, die auch schon im Gravettien vorkamen, f\u00fcr Jagdwerkzeuge verwendet?<\/p>\n<p>Und dann gibt es noch das \u201eMagma de Cheval\u201c (\u201ePferde-Magma\u201c): Da am Fu\u00dfe des Felsens eine unvorstellbare Menge an zementartig verbackenen Pferdeknochen gefunden wurde, die in der Neuzeit sogar noch als Schotterbelag f\u00fcr Innenh\u00f6fe verwendet wurden, entstand die malerische, aber l\u00e4ngst widerlegte Vorstellung, dass steinzeitliche J\u00e4ger einst ganze Pferdeherden auf den Felsen und dann in den Abgrund getrieben h\u00e4tten. Nichtsdestoweniger wurde hier \u00fcber einen langen Zeitraum hinweg intensiv Jagd auf die saisonal wandernden Pferdeherden betrieben, der mehrere zehntausend Pferde zum Opfer fielen.<\/p>\n<p>Von Solutr\u00e9 aus war es nicht mehr weit nach M\u00e2con, wo wir in einem zentral gelegenen Hotel \u00fcbernachteten und einen Abendspaziergang an die Sa\u00f4ne zu unserem Restaurant machten.<\/p>\n<h2>2. Tag, Montag, 30. August 2021: Lascaux IV.<\/h2>\n<p>Nur wenigen Auserw\u00e4hlten (Mitreisende nicht ausgeschlossen!) war bzw. ist es verg\u00f6nnt, die originale H\u00f6hle von Lascaux, die seit 1963 f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit geschlossen ist, mit eigenen Augen zu sehen. Immerhin gibt es schon seit 1983 die Replik Lascaux II, der 2012 die Wanderausstellung Lascaux III folgte. Im Dezember 2016 wurde mit Lascaux IV das erste weitestgehend vollst\u00e4ndige Faksimile er\u00f6ffnet. Es liegt am Rand von Montignac am Fu\u00dfe des H\u00fcgels mit der Originalh\u00f6hle sowie der ersten Replik und wurde mit gr\u00f6\u00dftem Aufwand und modernsten technischen Mitteln bis ins kleinste Detail der Felsstruktur und der Kunstwerke originalgetreu nachgebildet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2139\" aria-describedby=\"caption-attachment-2139\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb2-800x204.jpg\" alt=\"Centre International de l\u2018Art Pari\u00e9tal in Montignac\" width=\"800\" height=\"204\" class=\"size-large wp-image-2140\" srcset=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb2-800x204.jpg 800w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb2-300x76.jpg 300w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb2-768x195.jpg 768w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb2-1536x391.jpg 1536w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb2-600x153.jpg 600w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb2.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2139\" class=\"wp-caption-text\">Fig. 2: The new Centre International de l\u2018Art Pari\u00e9tal in Montignac with the replica of Lascaux Cave (Lascaux IV); behind it the hill where the original cave is located (photo: Dorothea Leiser).<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Centre International de l\u2019Art Pari\u00e9tal in Montignac.<\/h3>\n<p>Die moderne Glas-Beton-Architektur von Lascaux IV passt sich wohl\u00fcberlegt an den H\u00fcgel an, sie zeigt Pr\u00e4senz, ohne sich aufzudr\u00e4ngen (Abb. 2). Mit ihrer langgestreckten Form, deren Fenster sich zum Talboden \u00f6ffnen, spielt sie auf die Abris in den gro\u00dfen Felsw\u00e4nden entlang der V\u00e9z\u00e8re an und auf die lange Zeit, die seit dem Pal\u00e4olithikum vergangen ist. Der Rundgang startet auf dem Dach mit einem Rundblick in die Umgebung. In einem kleinen Raum, der an ein Abri erinnert, stimmt ein kurzes Video die Besucher auf die eiszeitliche Landschaft und Tierwelt im Jahreslauf ein. Ein zum Himmel offener Gang f\u00fchrt weiter Richtung Eingang der eigentlichen Nachbildung; auf dem Weg dorthin h\u00f6ren die Besucher die Stimmen der vier jugendlichen Entdecker von 1940 und ihres Hundes.<\/p>\n<p>Wenn man es nicht w\u00fcsste, w\u00fcrde man kaum bemerken, dass es sich bei der Replik nicht um das Original handelt. Die Atmosph\u00e4re gleicht bis zur Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit der einer echten H\u00f6hle, und so perfekt sind die Reproduktionen der Malereien, dass man sich den einmaligen Kunstwerken sehr, sehr nahe f\u00fchlt. Wir schritten durch den Saal der Stiere mit dem r\u00e4tselhaften zweih\u00f6rnigen \u201eEinhorn\u201c, den axialen Seitengang mit den \u201echinesischen Pferden\u201c und dem \u201est\u00fcrzenden Pferd\u201c, kamen vorbei an der Apsis mit ihren schwer erkennbaren zahlreichen Ritzzeichnungen und durchquerten schlie\u00dflich das Schiff mit der gro\u00dfen \u201eschwarzen Kuh\u201c, den \u201eschwimmenden Hirschen\u201c, den \u201egekreuzten Bisons\u201c und den \u201eWappen\u201c genannten r\u00e4tselhaften Zeichen.<\/p>\n<p>An das Faksimile der H\u00f6hle schlie\u00dft sich das Atelier an, in dem weitere Teile nachgebildet sind, z.B. der Puits (\u201eBrunnen\u201c bzw. \u201eSchacht\u201c), der von der Apsis aus sechs Meter in die Tiefe reicht. An diesem schwer zug\u00e4nglichen Ort befindet eine der seltenen erz\u00e4hlenden Szenen der H\u00f6hlenkunst: die ber\u00fchmte vogelk\u00f6pfige Menschengestalt vor dem schwer verletzten Bison. Einige weitere Malereien, Zeichnungen und Gravierungen sind multimedial aufbereitet, so dass dank wechselnder Beleuchtung unterschiedliche Aspekte der Kunstwerke veranschaulicht werden. Die weiteren Angebote des Centre International de l\u2019Art Pari\u00e9tal, v.a. das Kino und der Saal, der den Einfluss der pal\u00e4olithischen auf die moderne Kunst darstellt, waren leider coronabedingt nicht zug\u00e4nglich. Aber immerhin der Shop \u2013 und unsere Koffer legten an Gewicht zu\u2026<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend fuhren wir noch die kurze Strecke auf den H\u00fcgel hinauf und gingen wenige Minuten zu der Originalh\u00f6hle. Wir lie\u00dfen deren wohlgesicherten Eingang durch den Zaun auf uns wirken und am\u00fcsierten uns \u00fcber das Hinterteil des kleinen (Kunststoff-)Hundes, der sich davor in die Erde gr\u00e4bt und dessen lebendiges Vorbild zum eigentlichen Entdecker des \u201eWeltwunders\u201c Lascaux wurde.<\/p>\n<p>Am Abend trafen wir in unserem zentral gelegenen Hotel in Le Bugue ein und durften an den drei folgenden warmen Abenden unser Men\u00fc auf der Terrasse direkt oberhalb der V\u00e9z\u00e8re genie\u00dfen: Die anregenden Gespr\u00e4che unter Nerds lie\u00dfen keine Zeit f\u00fcr den Pool auf dem Dach.<\/p>\n<h2>3. Tag, Dienstag, 31.08.2021: Abris in Les Eyzies und Umgebung.<\/h2>\n<p>Nachdem wir uns auf dem Bauernmarkt von Le Bugue mit Proviant versorgt hatten, fuhren wir wenige Kilometer flussaufw\u00e4rts nach Les Eyzies-de-Tayac. Auf dem Programm standen vier der ber\u00fchmtesten Abris in und um die \u201eCapitale mondiale de la Pr\u00e9histoire\u201c (so Denis Peyrony im Jahr 1920). Schon der allererste Blick auf die gewaltigen Felsw\u00e4nde und Felsd\u00e4cher beiderseits der V\u00e9z\u00e8re macht deutlich, warum diese Gegend so ungemein einladend f\u00fcr die Sammler und J\u00e4ger der Altsteinzeit war.<\/p>\n<h3>Abri Pataud.<\/h3>\n<p>Als der Landwirt Martial Pataud 1870 auf seinem Grund einen neuen Weg anlegte, erkannte er sofort, dass er dabei auf pr\u00e4historische Spuren gesto\u00dfen war, so sehr war man vor Ort bereits damals daf\u00fcr sensibilisiert. Dass er und seine Nachkommen sich gegen Ausgrabungen weitgehend verwahrten, wurde zu einem Gl\u00fccksfall f\u00fcr die j\u00fcngere Arch\u00e4ologie, die das Abri ab 1950 nach dem Erwerb durch den Staat mit moderneren Mitteln ausgraben konnte. Nachgewiesen und im Profil sehr gut gekennzeichnet sind Schichten vom Aurignacien bis zum Gravettien. Spuren von Feuerstellen wurden ebenso gefunden wie Werkzeuge, Reste mehrerer Bestattungen, darunter die einer jungen Frau mit ihrem Neugeborenen, sowie ein Venusrelief auf einem herabgest\u00fcrzten Block (Delluc und Delluc 1998). Anhand von Schemazeichnungen und der herumliegenden Bl\u00f6cke konnten wir das erosionsbedingte Entstehen und Vergehen eines typischen Abris im Lauf der geologischen Zeitr\u00e4ume gut nachvollziehen. Noch heute dauern die Forschungen an; erst k\u00fcrzlich wurden von einem deutschen Team etliche Sedimentproben entnommen, in der Hoffnung, darin auf alte DNA zu sto\u00dfen.<\/p>\n<p>Im Nachbar-Abri ist ein kleines Museum eingerichtet, in dem uns vor allem ein wundersch\u00f6n skulptierter kleiner Steinbock an der Decke beeindruckte: das erste von etlichen Halbreliefs, die wir auf unserer Exkursion noch sehen sollten.<\/p>\n<h3>Abri de Cro-Magnon.<\/h3>\n<p>Nur wenige hundert Meter entfernt liegt dieses Abri mit seinem wohlbekannten Namen. Als man im M\u00e4rz 1868 bei Bauarbeiten zur gro\u00dfen Freude des Pr\u00e4historikers Edouard Lartet auf mehrere bestattete Skelette stie\u00df, schickte er sofort seinen Sohn Louis Lartet von Paris nach Les Eyzies. Schon im Mai desselben Jahres \u2013 also im Gegensatz zu anderen Funden im 19. Jh. unglaublich schnell \u2013 wurden die Bestattungen aufgrund der Fundsituation als unbestreitbar pr\u00e4historisch anerkannt, womit das hohe Alter des anatomisch modernen Menschen nachgewiesen war. Mit dieser f\u00fcr die damalige Zeit ungemein wichtigen Erkenntnis war auch der Startschuss der urgeschichtlichen Forschung im Tal der V\u00e9z\u00e8re gefallen (Bougard 2015). Nach der Lokalit\u00e4t Cro (= \u201eLoch\u201c) Magnon (= Namen der Grundbesitzer) wurde und wird der eiszeitliche anatomisch moderne Mensch vor allem im franz\u00f6sischen Sprachgebrauch als \u201eCro-Magnon\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p>Neben dem Abri ist ein kleines modernes Museum eingerichtet, das sehr ansprechend die Gemeinsamkeiten und vor allem die Unterschiede zwischen der Anatomie des Neandertalers und des Cro-Magnon-Menschen und die Geschichte der Fundstelle darstellt. Als Abri und Museum in den Jahren 2012 bis 2014 f\u00fcr die breite \u00d6ffentlichkeit touristisch erschlossen wurden, fanden auch erstmalig seit 1907 wieder Ausgrabungen statt. Ging man fr\u00fcher noch davon aus, hier die einzigen Bestattungen aus dem Aurignacien \u00fcberhaupt vorliegen zu haben, wurden sie mittlerweile in das \u00e4ltere Gravettien datiert, sind aber immer noch die \u00e4ltesten Bestattungen des Homo sapiens in Westeuropa. Eine weitere Entdeckung wurde 2013 gemacht: Just oberhalb der Bestattungszone befinden sich mit blo\u00dfem Auge kaum wahrnehmbare Pigmentspuren (Bougard 2017). Unsere F\u00fchrerin Estelle Bougard arbeitet derzeit an einer neuen Publikation dazu.<\/p>\n<h3>Abri de Cap-Blanc.<\/h3>\n<p>Auf den Spuren pr\u00e4historischer skulpturaler Kunst, die zu einem Hauptthema unserer Exkursion wurde, ging es weiter in das Tal der Beune, ein Seitental der V\u00e9z\u00e8re. Auf dem kurzen Abstieg vom Parkplatz zum Abri de Cap-Blanc gr\u00fc\u00dfte vom Hang gegen\u00fcber das Ch\u00e2teau de Commarque, eine romantische Burgruine. Der Felssporn, auf dem sie ruht, beherbergt nicht nur mehrere pr\u00e4historische Abris, sondern auch eine kleine H\u00f6hle mit dem lebensgro\u00dfen Halbrelief eines Pferdes. Auf unserer Talseite, jedoch f\u00fcr uns nicht sichtbar, liegt das Abri de Laussel, in dem u.a. der Block mit dem ber\u00fchmten gravettienzeitlichen Venusrelief gefunden wurde, auch die \u201eV\u00e9nus \u00e0 la corne\u201c (\u201eVenus mit dem Horn\u201c) genannt. Wir sollten sie drei Tage sp\u00e4ter in Bordeaux bewundern d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Das Abri de Cap-Blanc birgt eines der Hauptwerke pr\u00e4historischer Wandskulptur, einen 13 m langen Fries mit \u00fcber zehn gro\u00dfen ausdrucksvollen Tierdarstellungen, haupts\u00e4chlich Pferden und Bisons. Als die tief herausgearbeiteten Halbreliefs 1909 entdeckt wurden, war dieser Fries der erste Nachweis pr\u00e4historischer Wandkunst im Freien (Cleyet-Merle 2016). Man geht davon aus, dass er urspr\u00fcnglich vor allem Bisons darstellte, von denen einige erst sp\u00e4ter in Pferde umgearbeitet wurden. Sie \u00e4hneln sehr dem Pferd aus der gegen\u00fcberliegenden Grotte de Commarque und werden wie dieses in das Magdal\u00e9nien gestellt. Anders als bei der H\u00f6hlenkunst, die im Verborgenen, oft sogar weitab vom Tageslicht ausgef\u00fchrt wurde, waren die Halbreliefs der zumindest zeitweise bewohnten Abris f\u00fcr jedermann sichtbar, zumal sie mit kr\u00e4ftigen Farben angemalt waren. Es handelt sich also um eine Kunst mit gesellschaftlicher und durchaus repr\u00e4sentativer Funktion.<\/p>\n<p>Auch im Abri de Cap-Blanc wurde eine Bestattung gefunden, die bestimmt nicht zuf\u00e4llig gerade hier erfolgte. Das hervorragend erhaltene Skelett einer etwa drei\u00dfigj\u00e4hrigen Frau wurde 1926 vom Field Museum in Chicago erworben, wo es den Beinamen \u201eMagdalenian Girl\u201c erhielt.<\/p>\n<p>Abri du Moustier. Zur\u00fcck im Tal der V\u00e9z\u00e8re, fuhren wir einige Kilometer flussaufw\u00e4rts bis nach Le Moustier (Abb. 3), wo wir bald mitten in dem kleinen Ort vor dem gleichnamigen Abri standen, genauer gesagt, vor dem unteren, denn in dem Felsen oberhalb liegt noch eines mit weitem Blick ins Tal. Da es wegen der Corona-Bestimmungen keine offiziellen F\u00fchrungen gab, erl\u00e4uterte unser Reiseleiter Kurt Langguth uns die Bedeutung dieses Fundorts, der der Kulturstufe des Moust\u00e9rien seinen Namen gab.<\/p>\n<p>Nachdem bereits 1860 Grabungen stattgefunden hatten, widmete sich ab 1907 der ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigte Schweizer Antiquit\u00e4tenh\u00e4ndler Otto Hauser erstmals dem unteren Abri. Hauser war vor allem auf spektakul\u00e4re Funde aus, um sie an den Meistbietenden zu verkaufen. So landete das Neandertaler-Skelett, das er 1908 kurze Zeit nach dem Aufsehen erregenden Fund von La Chapelle-aux-Saints gefunden hatte, in Berlin. Leider ist davon nur noch der Sch\u00e4del erhalten, da nur dieser im 2. Weltkrieg ausgelagert war und den Kriegszerst\u00f6rungen entging. Unter den weiteren Neandertaler-Funden ist der eines Neugeborenen, entdeckt durch Denis Peyrony im Jahr 1914, von besonderer Seltenheit. Allerdings ist dieses Skelett auf dem Transport nach Paris verschollen und tauchte erst um die Jahrtausendwende wieder in den Magazinen des Museums von Les Eyzies auf. Manchmal liefern Museumsgrabungen eben die besten Funde\u2026 Die stratigraphischen Arbeiten von Denis Peyrony und die sp\u00e4teren Ausgrabungen sind gut dokumentiert, wie man an dem im Abri ausgestellten Profil nachvollziehen kann. Derzeit finden erneut Grabungen an noch unber\u00fchrten Stellen statt, um die Datierungen durch neue Methoden zu sichern und weitere Erkenntnisse \u00fcber die Fauna zu gewinnen, die die fr\u00fchen Ausgr\u00e4ber noch nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt hatten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2141\" aria-describedby=\"caption-attachment-2141\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb3-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb3-800x450.jpg\" alt=\"rock above the village of Le Moustier\" width=\"800\" height=\"450\" class=\"size-large wp-image-2142\" srcset=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb3-800x450.jpg 800w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb3-300x169.jpg 300w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb3-768x432.jpg 768w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb3-1536x863.jpg 1536w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb3-2048x1151.jpg 2048w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb3-1920x1080.jpg 1920w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb3-600x337.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2141\" class=\"wp-caption-text\">Fig. 3: The rock above the village of Le Moustier; the upper abri is easy to see, the famous lower abri, however, is hidden (photo: Dorothea Leiser).<\/figcaption><\/figure>\n<h2>4. Tag, Mittwoch, 1. September 2021: Grottes orn\u00e9es.<\/h2>\n<p>Die erste Grotte orn\u00e9e (Bilderh\u00f6hle) liegt nur wenige hundert Meter oberhalb unseres \u00dcbernachtungsortes Le Bugue:<\/p>\n<h3>Grotte de Bara-Bahau.<\/h3>\n<p>Freundlicherweise wurden wir vor der eigentlichen \u00d6ffnung empfangen und bekamen gleich eine Einf\u00fchrung in die Geologie der H\u00f6hle. Das in der Kreidezeit entstandene Kalkgestein ist hier, \u00e4hnlich wie in dem wenige Kilometer entfernten Rouffignac, der ber\u00fchmten \u201eH\u00f6hle der 100 Mammuts\u201c, von unz\u00e4hligen Silexknollen durchsetzt und hat wie diese eine teilweise sehr weiche Oberfl\u00e4che. Ein Flusslauf formte die H\u00f6hle, die etwa 150 m lang ist und aus drei Teilen besteht: dem Eingangsbereich, einem schmalen Durchgang und der hinteren Rotunde. Letztere wurde erst 1951 mitsamt den Gravuren aus dem mittleren Magdal\u00e9nien entdeckt (Delluc und Delluc 1997a). Die meist sehr gro\u00dfen Zeichnungen sind wegen der Kratzspuren von B\u00e4ren und der nat\u00fcrlichen Ritzen im Fels, die hier in gr\u00f6\u00dferem Umfang als in anderen H\u00f6hlen in die Zeichnungen integriert wurden, nicht auf den ersten Blick zu identifizieren. Doch dank der Erkl\u00e4rungen der F\u00fchrerin und ihres Laserpointers konnten auch wir sie gut erkennen. Sie zeigen \u00fcberwiegend Pferde und Rinder, teilweise in Lebensgr\u00f6\u00dfe. Dazu kommen einige gitterf\u00f6rmige Zeichen (\u201esignes quadrangulaires\u201c), deren symbolische Bedeutung sich uns nicht mehr erschlie\u00dft, und als Besonderheiten ein B\u00e4r, eine gravierte Hand sowie ein Phallus.<\/p>\n<h3>Grotte du Sorcier (auch: Grotte de Saint-Cirq-du-Bugue).<\/h3>\n<p>Nach kurzer Busfahrt kamen wir bei der n\u00e4chsten H\u00f6hle an: Die Grotte du Sorcier ist Teil einer troglodytischen Anlage, wie die H\u00f6hlenwohnungen genannt werden, die so zahlreich im Tal der V\u00e9z\u00e8re und dessen Umgebung sind (Abb. 4). Denn nicht nur w\u00e4hrend des Pal\u00e4olithikums, sondern auch in der Neuzeit, vor allem aber im Mittelalter, wurden die Abris von Menschen genutzt und zu Wohnbereichen, teilweise sogar zu ganzen Siedlungen, erweitert und befestigt. Noch heute ist z.B. Les Eyzies von etlichen H\u00e4usern gepr\u00e4gt, die die nat\u00fcrliche Felswand der gro\u00dfen Abris als Teil des Dachs und als r\u00fcckw\u00e4rtige Begrenzung nutzen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2143\" aria-describedby=\"caption-attachment-2143\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb4-800x600.jpg\" alt=\"rock at Saint-Cirq-du-Bugue\" width=\"800\" height=\"600\" class=\"size-large wp-image-2144\" srcset=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb4-800x600.jpg 800w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb4-300x225.jpg 300w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb4-768x576.jpg 768w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb4-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb4-600x450.jpg 600w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb4.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2143\" class=\"wp-caption-text\">Fig. 4: The rock at Saint-Cirq-du-Bugue with part of the troglodytic system that extends further to the left as far as the Grotte du Sorcier (not in the picture) (photo: Dorothea Leiser)..<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch der vordere Teil der Grotte du Sorcier war im Mittelalter bewohnt, was leider zur Besch\u00e4digung der Kunstwerke aus dem Magdal\u00e9nien f\u00fchrte, die erst 1952 entdeckt wurden. Dennoch sind einige Gravuren und die Reliefs zweier Pferde und eines Bisons sehr gut erkennbar. Bemerkenswert sind die anthropomorphen Darstellungen: das ber\u00fchrende Vis-\u00e0-Vis eines menschen\u00e4hnlichen Gesichts und eines Tierkopfs im Profil sowie einige teilweise erst in den letzten Jahren entdeckte stilisierte Frauenfiguren des Typs G\u00f6nnersdorf-Lalinde. Um uns die ber\u00fchmteste Darstellung, die der Grotte ihren Namen gab, zu zeigen, musste die F\u00fchrerin einen Spiegel zu Hilfe nehmen, da sie sich oben in einer sehr engen Nische befindet: die Gravierung einer menschen\u00e4hnlichen Gestalt mit deutlich erkennbarem Gesicht und \u2013 last but not least \u2013 einem erigierten Penis. Ein Zauberer? Ein Schamane? Neueren Interpretationen nach ist der Penis nichts anderes als der Hinterlauf eines Pferdes, das urspr\u00fcnglich diese Stelle zierte und sp\u00e4ter in die Gravur des \u201eSorcier\u201c integriert wurde (Pigeaud et al. 2012, 2016).<\/p>\n<p>Wie die Mehrzahl der franz\u00f6sischen H\u00f6hlen ist auch diese in Privatbesitz, ebenso wie das kleine Museum, das Originale und Repliken steinzeitlicher Funde sowie eine reiche Auswahl an Fossilien aus der Gegend zeigt. In einer Vitrine ist die Replik des einzigen an der Fundstelle entdeckten mobilen Kunstwerks ausgestellt: eine knapp 10 cm lange Schildkr\u00f6te aus Stein. Oder ist es doch \u2013 von der skulptierten Unterseite her betrachtet \u2013 eine Frauendarstellung (Bougard et al. 2016)?<\/p>\n<h3>Grotte de Villars (auch: Grotte du Cluzeau).<\/h3>\n<p>Die dritte und letzte Grotte orn\u00e9e dieses Tages liegt ganz im Norden des P\u00e9rigord, weshalb eine l\u00e4ngere Anfahrt n\u00f6tig war. Es handelt sich um die gr\u00f6\u00dfte H\u00f6hle der Region, die erst 1953 entdeckt wurde und bisher auf etwa 13 km L\u00e4nge erforscht ist (Delluc und Delluc 1974). Nachdem die Spel\u00e4ologen Kratzspuren von B\u00e4ren entdeckt hatten, gingen sie auf die Suche nach Spuren der altsteinzeitlichen Menschen und wurden 1958 f\u00fcndig. Der Besucherrundgang f\u00fchrt mehrere hundert Meter durch \u00fcberw\u00e4ltigend sch\u00f6ne vielgestaltige Tropfsteinformationen, an einem gro\u00dfen Balkon durch eine Licht- und Tonschau in Szene gesetzt. Schlie\u00dflich gelangt man in den Bereich mit den Malereien. Die Tiere, \u00fcberwiegend Pferde und Bisons, sind nur wenige Dezimeter lang \u2013 viel mehr Platz ist zwischen den Tropfsteingebilden auch nicht. Au\u00dferdem wurden sie im Laufe der Jahrtausende von einer milchigen Kalzitschicht \u00fcberzogen, die das schwarze Manganoxid in einem bl\u00e4ulichen Farbton erscheinen l\u00e4sst, weshalb das Markenzeichen der H\u00f6hle \u201ekleines blaues Pferd\u201c genannt wird. Ber\u00fchmt ist eine der in der H\u00f6hlenkunst ausgesprochen seltenen erz\u00e4hlenden Darstellungen: Ein Mensch steht mit gebeugten Knien einem Bison gegen\u00fcber, eine Szene, die sehr an die im Schacht von Lascaux erinnert. Erfreulicherweise durften wir die pr\u00e4historischen Malereien l\u00e4nger und ausf\u00fchrlicher betrachten als \u201enormale\u201c Besuchergruppen. Zeitlich werden die Kunstwerke ins \u00e4ltere Magdal\u00e9nien gestellt.<\/p>\n<h2>5. Tag, Donnerstag, 2. September 2021: Von Les Eyzies nach Bordeaux<\/h2>\n<p>Nun mussten wir unser sch\u00f6n gelegenes Quartier in Le Bugue verlassen, um nach Bordeaux weiterzufahren. Nat\u00fcrlich nicht ohne Umwege\u2026<\/p>\n<h3>Abri de La Ferrassie.<\/h3>\n<p>Als erstes steuerten wir eine weitere ber\u00fchmte Fundstelle an, die 1896 beim Stra\u00dfenbau entdeckt wurde. Kurt Langguth erkl\u00e4rte uns ihre gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr die Erforschung des Neandertalers: Es wurden hier ungew\u00f6hnlich viele Skelette gefunden, n\u00e4mlich zun\u00e4chst sieben, mittlerweile sogar acht Menschen vom F\u00f6tus \u00fcber Kinder bis zu zwei Erwachsenen, die noch dazu alle ganz offensichtlich bestattet worden waren. Ein etwa dreij\u00e4hriges Kind wurde unter eine gro\u00dfe, mit \u201eCoupules\u201c (kleinen \u201eSch\u00e4lchen\u201c) verzierte Steinplatte gebettet, nachdem ihm der Kopf abgetrennt wurde, ein Hinweis auf ein Menschenopfer oder komplexe Bestattungsrituale? Am bekanntesten ist jedoch das Skelett eines Mannes, der trotz mehrerer Verletzungen ein vergleichsweise hohes Alter erreichte, was auf eine Versorgung durch seine Angeh\u00f6rigen hinweist. Auch im Aurignacien wurde das Abri noch genutzt, denn der Cro-Magnon-Mensch hinterlie\u00df mehrere u.a. mit weiblichen Sexualsymbolen verzierte Steinbl\u00f6cke. La Ferrassie belegt also eine lange Besiedlungszeit vom Moust\u00e9rien bis in die j\u00fcngere Altsteinzeit. Wie in Le Moustier sind auch hier aktuelle Ausgrabungen im Gange.<\/p>\n<h3>Mus\u00e9e national de Pr\u00e9histoire in Les Eyzies-de-Tayac.<\/h3>\n<p>Im pr\u00e4historischen Nationalmuseum (Abb. 5) wurden wir wieder von Estelle Bougard empfangen, die uns schon das Abri Cro-Magnon nahegebracht hatte und uns jetzt gezielt zu den wesentlichen Ausstellungsst\u00fccken dieses bedeutenden Museums f\u00fchrte. Eine lange Galerie von Werkzeugen und weiteren Funden l\u00e4dt zu einer ausf\u00fchrlichen Zeitreise durch die Steinzeit ein; wichtige Skelette der Region, u.a. das erw\u00e4hnte Neugeborene von Le Moustier, sind im Original ausgestellt; Dermoplastiken veranschaulichen eiszeitliche Tiere und das Aussehen der Neandertaler. Besonders beeindruckend sind jedoch die Kunstwerke: darunter ber\u00fchmte Beispiele f\u00fcr mobile Kunst, z.B. der kleine Bison aus dem Abri de La Madeleine, der sich die Flanke leckt, und Repliken und Originale von skulptierten Felsbl\u00f6cken, die das Schwerpunktthema unserer Exkursion, n\u00e4mlich die altsteinzeitlichen Reliefs, bereicherten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2145\" aria-describedby=\"caption-attachment-2145\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb5-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb5-800x450.jpg\" alt=\"Mus\u00e9e national de Pr\u00e9histoire in Les Eyzies de Tayac\" width=\"800\" height=\"450\" class=\"size-large wp-image-2146\" srcset=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb5-800x450.jpg 800w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb5-300x169.jpg 300w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb5-768x432.jpg 768w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb5-1536x863.jpg 1536w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb5-2048x1151.jpg 2048w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb5-1920x1080.jpg 1920w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb5-600x337.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2145\" class=\"wp-caption-text\">Fig. 5: The Mus\u00e9e national de Pr\u00e9histoire in Les Eyzies de Tayac, which was set up in the former castle ruins at the instigation of Denis Peyrony from 1913 and expanded in 2004 with a new building (photo: Dorothea Leiser).<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein weiterer H\u00f6hepunkt war die gro\u00dfartige Sonderausstellung \u201eHomo Faber\u201c \u00fcber zwei Millionen Jahre Werkzeugherstellung von Afrika bis an die Pforten Europas. Die \u00fcberaus bedeutenden Funde wurden hier zum ersten Mal \u00fcberhaupt als Originale au\u00dferhalb ihres Herkunftsortes gezeigt. Dabei lag der Schwerpunkt zum einen auf den \u00e4ltesten Werkzeugen der Menschheit aus Kenia (Lomekwi 3, ca. 3,3 Millionen Jahre) und \u00c4thiopien (Lokalalei 2C, ca. 2,3 Millionen Jahre) und zum anderen auf der georgischen Fundstelle Dmanisi, von der ein Sch\u00e4del des \u00e4ltesten Europ\u00e4ers, des Homo ergaster, mitsamt einigen Steinwerkzeugen ausgestellt war (ca. 1,77 Millionen Jahre).<\/p>\n<h3>Grotte de Pair-non-Pair.<\/h3>\n<p>Einige Kilometer n\u00f6rdlich von Bordeaux erwartete uns eine der \u00e4ltesten Bilderh\u00f6hlen des gesamten franko-kantrabrischen Raums. Pair-non-Pair ist mit nur etwa 15 m L\u00e4nge und einigen seitlichen Ausbuchtungen relativ klein, aber von gro\u00dfer Bedeutung. 1881 begann der Autodidakt Fran\u00e7ois Daleau damit, die vollst\u00e4ndig zusedimentierte H\u00f6hle sorgf\u00e4ltig Schicht f\u00fcr Schicht auszugraben, wof\u00fcr er sich insgesamt \u00fcber 30 Jahre (!) Zeit nahm. Mit dieser Methode und der au\u00dferordentlich detaillierten Dokumentation der Schichten war er seiner Zeit weit voraus. Ab 1883 legte er allm\u00e4hlich die ersten Gravuren frei, die er 1896 bestimmte und ins Aurignacien datierte. Sie wiesen sogar noch einige Farbreste auf. 1897 besuchte Abb\u00e9 Henri Breuil die H\u00f6hle auf seiner ersten Reise in den S\u00fcdwesten Frankreichs \u00fcberhaupt. Da die Gravuren nachweislich von Schichten des Solutr\u00e9en bedeckt waren, mussten sie aus dem Pal\u00e4olithikum stammen: Somit ist die Grotte de Pair-non-Pair, die als eine der ersten Bilderh\u00f6hlen nach Altamira (1879) entdeckt worden war, wissenschaftshistorisch von gro\u00dfer Bedeutung, da sie ganz wesentlich zur Anerkennung der H\u00f6hlenkunst als Werk des pr\u00e4historischen Menschen beitrug. Schon 1900 wurde sie auf Betreiben von Daleau als erste H\u00f6hle Frankreichs unter Denkmalschutz gestellt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2147\" aria-describedby=\"caption-attachment-2147\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6a-800x648.jpg\" alt=\"Grotte de Pair-non-Pair \" width=\"800\" height=\"648\" class=\"size-large wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6a-800x648.jpg 800w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6a-300x243.jpg 300w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6a-768x622.jpg 768w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6a-600x486.jpg 600w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6a.jpg 1417w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2147\" class=\"wp-caption-text\">Fig. 6a: Grotte de Pair-non-Pair north of Bordeaux.<br \/>\nThe Aurignacian engravings cover the ceiling and walls of the small living cave, which is lit up a little by a small hole at the top left (not visible here). The horse called &#8220;Agnus dei&#8221; can be seen in the upper right corner, above a second similar one. The left panel is dominated by a large stag looking to the right. In the background, the cave ends beyond the small water basin that is not visible here. (Photo: \u00a9 Philippe Berth\u00e9 \u2013 Centre des monuments nationaux.)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die H\u00f6hle weist noch weitere Besonderheiten auf: Sie wurde von der Zeit des Neandertalers im Moust\u00e9rien und Ch\u00e2telperronien bis zum Cro-Magnon-Menschen im Aurignacien und Gravettien als Lagerplatz genutzt, danach wurde die H\u00f6hle allm\u00e4hlich vollst\u00e4ndig zusedimentiert. Die Besiedlung einer Grotte orn\u00e9e ist sehr ungew\u00f6hnlich, und die Bilder befinden sich im vorderen Teil der H\u00f6hle (Abb. 6a), w\u00e4hrend sie in anderen Bilderh\u00f6hlen weit abseits vom Eingang angebracht wurden. Aber die kleine H\u00f6hle eignete sich gut als Wohnplatz, da sie dank eines Lochs in der Decke einen nat\u00fcrlichen Rauchabzug und im hinteren Bereich sogar eine best\u00e4ndige, nicht von Frost bedrohte Wasserquelle hat. Ungew\u00f6hnlich sind auch die Motive der Gravuren (Delluc und Delluc 1997b), vor allem die beiden Pferde, die ihren Kopf nach hinten wenden, das Markenzeichen der H\u00f6hle (\u201eAgnus dei\u201c), ein sehr gro\u00dfes, etwa 2,50 m langes Pferd (Abb. 6b), eine au\u00dferordentlich seltene Darstellung des Riesenhirschs (Megaloceros) und mehrere Steinb\u00f6cke. Da letztere in der weiten Umgebung arch\u00e4ozoologisch nicht nachgewiesen sind, deutet dies auf die weiten Schweifgebiete der steinzeitlichen Nomaden hin.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2149\" aria-describedby=\"caption-attachment-2149\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6b-640x800.jpg\" alt=\"Grotte de Pair-non-Pair (wall detail)\" width=\"640\" height=\"800\" class=\"size-large wp-image-2150\" srcset=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6b-640x800.jpg 640w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6b-240x300.jpg 240w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6b-768x961.jpg 768w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6b-300x375.jpg 300w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6b-600x750.jpg 600w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb6b.jpg 1133w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2149\" class=\"wp-caption-text\">Fig. 6b: Grotte de Pair-non-Pair north of Bordeaux.<br \/>The horse that Abb\u00e9 Breuil called &#8220;Agnus dei&#8221; because of its unusual head posture, which was obviously painted, as Daleau noticed traces of ocher (photo: \u00a9 Philippe Berth\u00e9 \u2013 Centre des monuments nationaux. Reproduced with kind permission).<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zwei bemerkenswerte Funde aus der H\u00f6hle konnten wir am folgenden Tag im Museum in Bordeaux bewundern: einen prachtvollen Anh\u00e4nger aus Elfenbein in Form einer Muschel und eine Fl\u00f6te aus einem Bartgeier-Knochen, etwas j\u00fcnger als die ber\u00fchmten Fl\u00f6ten von der Schw\u00e4bischen Alb.<\/p>\n<p>Am Abend trafen wir in unserem zentral gelegenen Hotel in Bordeaux ein und nutzten den Abend dazu, um erste Eindr\u00fccke von der faszinierenden Stadt an der Gironde zu sammeln, deren einheitliches Zentrum mit seinen gro\u00dfartigen klassizistischen Bauwerken ebenfalls zum UNESCO-Welterbe geh\u00f6rt (Sabatier 2019).<\/p>\n<h2>6. Tag, Freitag, 3. September: Bordeaux<\/h2>\n<p>Da unser Busfahrer seinen wahrhaft wohlverdienten Ruhetag einhalten musste, bewegten wir uns in Bordeaux mit den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln. Ohne Probleme brachte uns die Stra\u00dfenbahn zu unserem ersten Ziel.<\/p>\n<h3>Mus\u00e9e d\u2019Aquitaine in Bordeaux.<\/h3>\n<p>In dem gro\u00dfen kulturgeschichtlichen Museum, das zu den bedeutendsten Museen Frankreichs geh\u00f6rt und mit seinen Ausstellungen einen weiten Bogen von der Vorgeschichte bis in die Gegenwart spannt, galt unser Interesse nat\u00fcrlich der pr\u00e4historischen Abteilung. Un\u00fcbersehbar begr\u00fc\u00dfte uns dort die ber\u00fchmte Venus von Laussel, auch \u201eV\u00e9nus \u00e0 la Corne\u201c genannt wegen des Horns, das sie in der rechten Hand h\u00e4lt. Unser F\u00fchrer Philippe Chauveau ging sehr ausf\u00fchrlich auf diese \u201eMona Lisa\u201c des Museums ein: Als sie 1911 im Abri de Laussel unweit des Abri de Cap-Blanc entdeckt wurde, war der gro\u00dfe Block mit dem tief ausgearbeiteten Relief bereits abgebrochen. Die Venus von Laussel, die wohl eine schwangere Frau zeigt, entspricht weitgehend der im Gravettien \u00fcblichen Frauendarstellung mit \u00fcppigen Formen und fehlenden F\u00fc\u00dfen. Den Kopf wendet sie allerdings dem Horn zu, das sie in der rechten Hand h\u00e4lt. \u00dcber dieses wurde viel ger\u00e4tselt: Handelt es sich um ein Trinkhorn, ein Musikinstrument (Idiophon), einen Mondkalender (wegen der 13 Striche darauf)? Wie wahrscheinlich alle Skulpturen war auch sie einst bemalt: rote Farbspuren sind deutlich zu erkennen. Die vier anderen, deutlich kleineren Reliefs wurden dagegen aus einzelnen Bl\u00f6cken herausgearbeitet, z\u00e4hlen also nicht zur eigentlichen Wandkunst. Sie sind weniger gut lesbar und zeigen wohl ebenfalls Frauen, darunter vielleicht sogar eine Geburtsszene? Eine Person ist ungew\u00f6hnlicherweise im Profil dargestellt und wird \u201eLe Chasseur\u201c (\u201eDer J\u00e4ger\u201c) genannt, also als Mann interpretiert \u2013 oder handelt es sich vielleicht doch um eine junge Frau? Dann k\u00f6nnten die f\u00fcnf Reliefs aus dem Abri de Laussel Frauen in verschiedenen Lebensaltern darstellen. Leider ist eines davon, das in Berlin aufbewahrt war, in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verschollen, sodass es nur als Abguss gezeigt werden kann.<\/p>\n<p>Von den Exponaten in den weiteren R\u00e4umen, die uns bis ins Neolithikum f\u00fchrten, seien nur noch die Funde aus der Grotte de Pair-non-Pair, darunter der bereits erw\u00e4hnte Elfenbeinanh\u00e4nger und die Fl\u00f6te, sowie gravierte mobile Kunstwerke aus dem Magdal\u00e9nien und eine Replik des Frieses der schwimmenden Hirsche aus Lascaux genannt.<\/p>\n<h3>Universit\u00e9 de Bordeaux.<\/h3>\n<p>Den Nachmittag verbrachten wir an der Universit\u00e4t von Bordeaux, genauer auf dem Campus Bordes, wo dank der engagierten Vorbereitung von Prof. Dr. Jacques Jaubert, Professeur de Pr\u00e9histoire, ein spannendes Programm auf uns wartete. Einleitend stellte uns Prof. Jaubert kurz die Einheit PACEA (\u201eDe la Pr\u00e9histoire \u00e0 l\u2019Actuel: Culture, Environnement et Anthropologie\u201c) vor, die sich durch weitreichende interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit verschiedener Forschungsbereiche aus Biologie, Umweltwissenschaft und Geisteswissenschaft auszeichnet und sich mit den gro\u00dfen Fragestellungen des Menschseins von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart befasst. Dazu geh\u00f6rt auch Feldforschung, z.B. in den erst in den letzten Jahrzehnten entdeckten H\u00f6hlen von Cussac und Bruniquel.<\/p>\n<p>Danach durften wir zwei Institute besuchen und sowohl in die naturwissenschaftlichen Forschungslabore als auch in die vorwiegend der Lehre dienenden R\u00e4ume der Arch\u00e4ozoologie und Pal\u00e4oanthropologie hineinschnuppern. In den Laboren gaben uns die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Einblicke in die Methoden der Sedimentologie, Mikromorphologie, Arch\u00e4ometrie und Zementochronologie (Altersbestimmung von Z\u00e4hnen) und erkl\u00e4rten uns die jeweiligen technischen Ger\u00e4te, darunter diverse Mikroskope, Infrarotspektrometer und die Werkzeuge zur Herstellung von D\u00fcnnschliffen.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend ging es in die Sammlungen. In der Gesteinssammlung kann z.B. bestimmt werden, an welchem Ort der Silex ansteht, aus dem ein konkretes Werkzeug hergestellt worden war. Die Knochensammlung dient als Referenz zur Bestimmung von Arten, v.a. von Ren, Pferd und Bison, aber auch von Wollnashorn, Saiga-Antilope und Hirsch. Damit kann man z.B. den H\u00f6hlenb\u00e4ren vom Braunb\u00e4ren unterscheiden. Die Schnittspuren auf Knochen geben Hinweise darauf, welche Teile vom Tier verarbeitet worden sind und sind somit ein Indiz daf\u00fcr, ob es sich beim Fundort um ein Jagdlager oder um eine dauerhafte Siedlung handelt.<\/p>\n<p>In der Lehrsammlung der Anthropologie machten wir einen Crashkurs zur Evolution des Menschen und konnten typische Merkmale wie die Gr\u00f6\u00dfe des Gehirns, die Form von \u00dcberaugenw\u00fclsten, Kiefer und Kinn und die Position des Hinterhauptlochs anhand verschiedener Sch\u00e4delabg\u00fcsse buchst\u00e4blich be-greifen. Wir erfuhren auch, wie die Studenten zun\u00e4chst die ganzen Knochen des Skeletts kennen lernen, um dann immer kleinere Knochenfragmente zu bestimmen. An Knochen kann man Alter, Geschlecht und Krankheiten eines Individuums erkennen. Knochen \u201eleben\u201c und k\u00f6nnen sich regenerieren; z.B. wachsen die L\u00f6cher im Kiefer nach dem Verlust eines Zahnes wieder zu. Ist dies nicht der Fall, so ist der Zahn post mortem herausgefallen.<\/p>\n<h2>7. Tag, Samstag, 4. September 2021: Abris mit Skulpturen<\/h2>\n<p>Am Morgen machten wir uns auf die lange R\u00fcckreise, die wir jedoch schon im Raum Angoul\u00eame unterbrachen, um nach dem Abri de Cap-Blanc zwei weitere spektakul\u00e4re skulptierte Friese anzuschauen. Gef\u00fchrt wurden wir von zwei Mitgliedern des lokalen Vereins ASLVE Sentiers pr\u00e9histoire.<\/p>\n<h3>La Chaire-\u00e0-Calvin.<\/h3>\n<p>Das Abri \u201eCalvins Kanzel\u201c ist nach dem Reformator benannt, der einer nicht nachgewiesenen \u00dcberlieferung nach dort gepredigt haben soll. Der etwa 12 m breite Fries (Abb. 7) zeigt \u2013 so die derzeitige Interpretation \u2013 in der Mitte zwei Steinb\u00f6cke und rechts und links davon je ein Pferd, von denen das rechte offensichtlich, vergleichbar mit Cap-Blanc, aus einem Bison umgearbeitet wurde (Pin\u00e7on et al. 2018). Bei der Entdeckung des Frieses im Jahre 1927 waren noch Farbspuren erkennbar. Datiert wird er ins Magdal\u00e9nien. Vor diesem Abri wurde das obligatorische Gruppenfoto geschossen (Abb. 8).<\/p>\n<figure id=\"attachment_2151\" aria-describedby=\"caption-attachment-2151\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb7-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb7-800x600.jpg\" alt=\"detail of the Abri La Chaire-\u00e0-Calvin bei Angoul\u00eame\" width=\"800\" height=\"600\" class=\"size-large wp-image-2152\" srcset=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb7-800x600.jpg 800w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb7-300x225.jpg 300w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb7-768x576.jpg 768w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb7-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb7-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb7-600x450.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2151\" class=\"wp-caption-text\">Fig. 7: Detail of the Abri La Chaire-\u00e0-Calvin near Angoul\u00eame; the two animals are sometimes interpreted as horses, but now also as ibexes (photo: Dorothea Leiser).<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2153\" aria-describedby=\"caption-attachment-2153\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb8-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb8-800x600.jpg\" alt=\"GfU excursion group in front of the Abri La Chaire-\u00e0-Calvin\" width=\"800\" height=\"600\" class=\"size-large wp-image-2154\" srcset=\"https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb8-800x600.jpg 800w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb8-300x225.jpg 300w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb8-768x576.jpg 768w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb8-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb8-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/kernsverlag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/leiser_abb8-600x450.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2153\" class=\"wp-caption-text\">Fig. 8: The GfU excursion group in front of the Abri La Chaire-\u00e0-Calvin (photo: Patrick Lapeyre. reproduced with kind permission).<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Roc-de-Sers und Mus\u00e9e Pr\u00e9histo-Sers.<\/h3>\n<p>Wenige Kilometer entfernt liegt das Abri Roc-de-Sers, dessen skulptierten Fries man zwar nicht im Original (dieses ist im Arch\u00e4ologischen Museum Saint-Germain-en-Laye bei Paris), aber in Form einer hervorragenden Replik vor Ort besichtigen kann. Der Fries besteht aus 13 einzelnen Bl\u00f6cken, die sich schon in vorgeschichtlicher Zeit aus dem Felsen des Abris gel\u00f6st haben. Dargestellt sind vor allem Pferde, Bisons und Steinb\u00f6cke, dazu ein Ren. Ungew\u00f6hnlich sind ein Bison, dessen Kopf in den eines Wildschweins umgearbeitet wurde, ein Vogelkopf und vor allem zwei menschliche Gestalten, deren eine offensichtlich vor einem Moschusochsen flieht. Datiert wird dieser Fries ins Solutr\u00e9en.<\/p>\n<p>Nachdem wir uns in einer B\u00e4ckerei und einer Metzgerei, die extra f\u00fcr unsere Gruppe nochmals \u00f6ffneten, mit Proviant versorgt hatten, besuchten wir das kleine, aber sehr engagiert gef\u00fchrte Museum. Dieses \u00fcberraschte mit einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Zahl an Repliken von Homininen-Sch\u00e4deln und mobilen Kunstwerken aus der ganzen Welt. Auch der L\u00f6wenmensch war vertreten und hat dann eine Gef\u00e4hrtin bekommen: unser Gastgeschenk, die Venus vom Hohle Fels \u2026 Zum Abschluss bekamen wir noch eine lokale Spezialit\u00e4t als Umtrunk kredenzt, bevor wir nach M\u00e2con zu unserer Zwischen\u00fcbernachtung aufbrachen.<\/p>\n<h2>8. Tag, Sonntag, 5. September 2021: T\u00fcbinger Grabungen in der Bourgogne<\/h2>\n<p>Am letzten Tag besuchten wir etwa eine Fahrstunde n\u00f6rdlich von M\u00e2con die aktuelle Grabung des Instituts f\u00fcr Urgeschichte der Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Oberhalb von Rully in dem burgundischen Weinbaugebiet C\u00f4te Chalonnaise empfingen uns Klaus Herkert, der Assistent von Prof. Dr. Floss, und einige Studenten. Die Grabungen erfolgen im Rahmen eines PCR Programms (Projet Collective de Recherche) zur Untersuchung pal\u00e4olithischer Siedlungen in der Region.<\/p>\n<h3>Grotte d\u2019Agneux.<\/h3>\n<p>In den Berghang oberhalb von Rully ist ein enges Tal in die Kalksteinfelsen eingeschnitten. Beiderseits dieses Tals befinden sich H\u00f6hlen in g\u00fcnstiger Lage zur Beobachtung der Herden, die vom Plateau hinab in die weite Ebene zogen. Das Grabungsteam fuhr uns durch diesen Taleinschnitt hoch zum Plateau. Herr Herkert erl\u00e4uterte uns die Befunde in der schmalen Schlauchh\u00f6hle Grotte d\u2018Agneux. Da diese H\u00f6hle offen gewesen ist, wurden Siedlungsschichten schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts ausgegraben. Die H\u00f6hlenw\u00e4nde weisen Gravuren von Cerviden und Reste von Malereien auf, die leider von neuzeitlichen Graffiti unterschiedlichen Alters \u00fcberlagert sind. Mittels Mikrostratigraphie konnte das T\u00fcbinger Team die Gravuren und Malereien dem Jungpal\u00e4olithikum zuordnen, au\u00dferdem werden die Graffiti untersucht (Floss et al. 2018).<\/p>\n<h3>Grotte M\u00e8re Grand und Grotte La Grange.<\/h3>\n<p>Danach f\u00fchrte uns das Grabungsteam zu den aktuellen Grabungen in zwei Wohnh\u00f6hlen, die sich auf der anderen Seite des Taleinschnitts befinden. Die Grotte M\u00e8re Grand wurde bereits 1860 ausgegraben, die letzte Grabung fand 1950 statt, das heutige Sediment ist durchmischt. Eine Dokumentation fehlt, jedoch gibt es eine Zweitinformation, nach der die H\u00f6hle sowohl vom Neandertaler als auch vom modernen Menschen benutzt wurde.<\/p>\n<p>Nicht weit davon entfernt befindet sich die Grotte La Grange, ein Paradebeispiel f\u00fcr eine Wohnh\u00f6hle. In den letzten 120 bis 130 Jahren wurde die Verf\u00fcllung aus herabgest\u00fcrzten Steinen und menschlichen Siedlungsresten ausger\u00e4umt. Die H\u00f6hlenwand weist Spuren der einstigen Verf\u00fcllungsh\u00f6he auf. Die Funde umfassen sowohl Fauna wie Z\u00e4hne von Pferd und Bison und Knochensplitter als auch mit der Levallois-Methode (Technik der Neandertaler) hergestellte Steinartefakte. Das Rohmaterial dazu befindet sich 20 km entfernt in der Umgebung. Die bisherigen Funde weisen bisher nur den Neandertaler nach. Leider sind keine fr\u00fcheren Grabungsunterlagen einsehbar. Ziel dieser Grabung ist es, die Basis der H\u00f6hle zu bestimmen. Dazu wurde im jetzigen Bodenniveau eine Sondage zum anstehenden Gestein angelegt. Des Weiteren wurden vor der H\u00f6hle im steilen Gel\u00e4nde zwei Grabungsschnitte im fr\u00fcheren Abraum angelegt. Das Volumen des Abraums bzw. der ausger\u00e4umten Verf\u00fcllung kann so abgesch\u00e4tzt und mit dem der H\u00f6hle verglichen werden. Die Grabungen sollen 2022 fortgef\u00fchrt werden. Wir bekamen einen Eindruck von den logistischen Schwierigkeiten dieser Grabung; denn in dem absch\u00fcssigen und schwer zug\u00e4nglichen bewaldeten Gel\u00e4nde sind der Transport von Arbeitsger\u00e4ten und Messsystemen und der Abtransport der zu schl\u00e4mmenden Erde schwierig und zeitintensiv. So hatte das Grabungsteam im Gel\u00e4nde Stufen angelegt und zur Sicherung Seile zwischen die B\u00e4ume gespannt. Besonderer Dank geb\u00fchrt dem Team, das uns an seinem freien Sonntagvormittag einen Einblick in die aktuelle Forschungsgrabung gew\u00e4hrte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der langen Busfahrt nach Blaubeuren konnten wir die vielf\u00e4ltigen Eindr\u00fccke dieser wunderbaren, hochinteressanten Reise nachwirken lassen. Insgesamt wurden mehr als 3000 km zur\u00fcckgelegt. Eine Autobahnsperrung wegen eines Br\u00fcckenabbaus bei Pforzheim verz\u00f6gerte die Ankunft erheblich, doch blieb der Busfahrer wie immer gelassen und freundlich, und alle Mitreisende kamen wohlbehalten an ihrem Zielort an.<\/p>\n<h2>Danksagung<\/h2>\n<p>Wie immer war auch diese Exkursion der GfU ein Feuerwerk an spannenden arch\u00e4ologischen Fundstellen und Museen. Die Organisation, die diesmal ganz erheblich durch zwei Verschiebungen und viele Unw\u00e4gbarkeiten wegen der Pandemie erschwert wurde, lag wieder in den H\u00e4nden unseres Exkursionsleiter Kurt Langguth, der ein abwechslungsreiches Programm f\u00fcr alle Teilnehmer zusammenstellte, gleich, ob sie diese f\u00fcr Urgeschichts-Fans besonders faszinierende Region schon besucht hatten oder nicht. Zum Erfolg beigetragen haben auch Betina Koch aus Berlin, die unerm\u00fcdlich und souver\u00e4n die fast ausschlie\u00dflich franz\u00f6sischen F\u00fchrungen f\u00fcr uns \u00fcbersetzte, die kompetenten F\u00fchrerinnen und F\u00fchrer vor Ort, Prof. Jacques Jaubert von der Universit\u00e4t Bordeaux und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unser gelassener Fahrer Peter und all die interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zu diesem Bericht haben dankenswerterweise auch Claudia Pathe aus Heimsheim (Besuch der Universit\u00e4t Bordeaux) und Dr. Karin Wei\u00df-Wrana aus T\u00fcbingen (Besichtigung der H\u00f6hlen bei Rully) beigetragen.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<p>Bougard, E. 2015: <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/34605697\/Le_site_de_Cro_Magnon_aux_Eyzies_de_Tayac_pass\u00e9_pr\u00e9sent_et_avenir\">Le site de Cro-Magnon aux Eyzies-de-Tayac: pass\u00e9, pr\u00e9sent et avenir.<\/a> Bulletin Pr\u00e9histoire du SudOuest 22\/2014-1, 27\u201339.<\/p>\n<p>Bougard, E., Pigeaud, R., Berrouet, F. und Paitier, H. 2016: <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/317030966_La_statuette_de_tortue_du_Roc-Saint-Cirq_Dordogne_France_nouvelle_interpretation\">La statuette de tortue du Roc-Saint-Cirq (Dordogne, France): nouvelle interpr\u00e9tation.<\/a> In: J. J. Cleyet-Merle, J.-M., Geneste und E. Man-Estier (Hrsg.), L\u2019art au quotidien \u2013 Objets orn\u00e9s du Pal\u00e9olithique sup\u00e9rieur. Actes du colloque international Les Eyzies-de-Tayac, 16-20 juin 2014, PALEO, num\u00e9ro sp\u00e9cial, 2016, 473\u2013483.<\/p>\n<p>Bougard, E. 2017: <a href=\"http:\/\/journals.openedition.org\/adlfi\/101498\">Les Eyzies-de-Tayac \u2013 Abri Cro-Magnon [notice arch\u00e9ologique], ADLFI.<\/a> Arch\u00e9ologie de la France &#8211; Informations [En ligne], Nouvelle-Aquitaine, mis en ligne le 27 ao\u00fbt 2021; zuletzt aufgerufen am 12. 10.2021.<\/p>\n<p>Cleyet-Merle, J.-J. 2016: Les Abris du Poisson et du Cap-Blanc. Paris: \u00c9ditions du Patrimoine.<\/p>\n<p>Delluc, B. und Delluc, G. 1974: <a href=\"https:\/\/www.persee.fr\/doc\/galip_0016-4127_1974_num_17_1_1461\">La grotte orn\u00e9e de Villars (Dordogne).<\/a> In: Gallia pr\u00e9histoire 17, 1\u201367.<\/p>\n<p>Delluc, B. und Delluc G. 1997a: <a href=\"https:\/\/www.persee.fr\/doc\/galip_0016-4127_1997_num_39_1_2151\">Les gravures de la grotte orn\u00e9e de Bara-Bahau.<\/a> Gallia pr\u00e9histoire 39, 109\u2013150. [doi: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3406\/galip.1997.2151\">https:\/\/doi.org\/10.3406\/galip.1997.2151<\/a>].<\/p>\n<p>Delluc, B. und Delluc G. 1997b: <a href=\"https:\/\/www.persee.fr\/doc\/bspf_0249-7638_1997_num_94_1_10630\">Dix observations graphiques sur la grotte orn\u00e9e de Pair-Non-Pair (Prignac-et-Marcamps, Gironde).<\/a> Bulletin de la Soci\u00e9t\u00e9 pr\u00e9historique fran\u00e7aise 94, 41\u201350. [doi: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3406\/bspf.1997.10630\">https:\/\/doi.org\/10.3406\/bspf.1997.10630<\/a>].<\/p>\n<p>Delluc, B. und Delluc G. 1998: Visiter l\u2019abri Pataud. Bordeaux: \u00c9ditions Sud-Ouest.<\/p>\n<p>F\u00e9lix, T. und Aubarbier, J.-L. 2011; Pr\u00e9histoire en P\u00e9rigord, Quercy, Charentes et Poitou. Rennes: \u00c9ditions Ouest-France.<\/p>\n<p>Floss, H. 2016: Solutr\u00e9. Museum f\u00fcr Urgeschichte. Museumsf\u00fchrer, deutschsprachige Fassung.<\/p>\n<p>Floss, H., Ruiz Lopez, J. F., Hoyer, C. T. und Rebentisch, A. 2018: <a href=\"https:\/\/www.persee.fr\/doc\/bspf_0249-7638_2018_num_115_4_14950\">Les grottes d\u2019Agneux I et II (Rully, Sa\u00f4ne-et-Loire).<\/a> Premi\u00e8res grottes orn\u00e9es probablement dat\u00e9es du Pal\u00e9olithique en Bourgogne m\u00e9ridionale. Bulletin de la Soci\u00e9t\u00e9 pr\u00e9historique fran\u00e7aise 115, 793\u2013797. [doi: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3406\/bspf.2018.14950\">https:\/\/doi.org\/10.3406\/bspf.2018.14950<\/a>].<\/p>\n<p>Pigeaud, R., Berrouet, F., Bougard, E., Paitier, H., Pommier, V. und Bonic, P. 2012: <a href=\"http:\/\/journals.openedition.org\/paleo\/2455\">La grotte du Sorcier \u00e0 Saint-Cirqdu-Bugue (Dordogne, France): nouvelles lectures.<\/a> Bilan des campagnes 2010 et 2011, PALEO, 23\/2012, 223\u2013248. [doi: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.4000\/paleo.2455\">https:\/\/doi.org\/10.4000\/paleo.2455<\/a>].<\/p>\n<p>Pigeaud, R., Berrouet, F., Bougard, E., Paitier, H. und Cailhol, D. 2016: <a href=\"http:\/\/journals.openedition.org\/adlfi\/24676\">Saint-Cirq \u2013 La grotte du Sorcier [notice arch\u00e9ologique], ADLFI.<\/a> Arch\u00e9ologie de la France \u2013 Informations [en ligne]. Online: Nouvelle-Aquitaine, mis en ligne le 01 septembre 2019; zuletzt aufgerufen am 12.10.2021.<\/p>\n<p>Pin\u00e7on, G., Fuentes O. und Bourdier, C. 2018: <a href=\"http:\/\/journals.openedition.org\/nda\/5500\">Sortir de la grotte. L\u2019apport de l\u2019\u00e9tudes des abris orn\u00e9s du pal\u00e9olithique sup\u00e9rieur.<\/a> Les nouvelles de l\u2018arch\u00e9ologie 154\/2018, 82\u201387. [doi: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.4000\/nda.5500\">https:\/\/doi.org\/10.4000\/nda.5500<\/a>].<\/p>\n<p>Sabatier, J. 2014: Vall\u00e9e de la V\u00e9z\u00e8re. Patrimoine Mondial. Guide de Voyage Vall\u00e9e de la V\u00e9z\u00e8re 2014. La France du Patrimoine Mondial.<\/p>\n<p>Sabatier, J. 2019: Bordeaux. Patrimoine Mondial. Guide de Voyage Bordeaux, Port de la Lune 2019. La France du Patrimoine Mondial.<\/p>\n<h2>\u00dcbergreifende Websites<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/archeologie.culture.gouv.fr\/sculpture-prehistoire\/\">archeologie.culture.gouv.fr\/sculpture-prehistoire\/<\/a> (Website des Minist\u00e8re de la Culture zu skulptierten Abris, vor allem zu Cap Blanc, La Chaire-\u00e0-Calvin und Roc-aux-Sorciers).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.donsmaps.com\/\">www.donsmaps.com<\/a> (au\u00dferordentlich umfangreiche und sehr reich illustrierte arch\u00e4ologische Website des Autodidakten Don Hitchcock zu weltweiten Fundstellen und Funden mit Schwerpunkt auf der Urgeschichte).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hominides.com\/\">www.hominides.com<\/a> (umfangreiche Website mit Aktualit\u00e4tenservice, Rezensionen, Links und Shop).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/mooc-culturels.fondationorange.com\/enrol\/synopsis\/index.php?id=311\">mooc-culturels.fondationorange.com\/enrol\/synopsis\/index.php?id=311<\/a> (Der MOOC \u201ePr\u00e9histoire, un nouveau regard\u201c entstand in Zusammenarbeit zwischen dem P\u00f4le d\u2019interpretation de la Pr\u00e9histoire in Les Eyzies und der Universit\u00e4t Bordeaux unter Leitung von Jacques Jaubert und vermittelt Basiswissen \u00fcber die Urgeschichte und ihre Erforschung. Die <a href=\"https:\/\/youtube.com\/playlist?list=PLEk-HnqFoMKlzktgokuxM9uXQiPULpA-y\">zw\u00f6lf Videos sind auch auf YouTube<\/a> frei zug\u00e4nglich; zahlreiche weitere Materialien, darunter die Transkripte der Videos, nach kostenloser Einschreibung).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nDie Freude war gro\u00df, als diese Exkursion tats\u00e4chlich stattfinden konnte, denn sie war schon f\u00fcr das Jahr 2020 geplant, musste aber wegen der Corona-Pandemie ins Folgejahr und dann nochmals vom traditionellen Pfingsttermin auf den Sp\u00e4tsommer verschoben werden.\n<\/div>\n<div class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/kernsverlag.com\/en\/die-jahresexkursion-der-gfu-nach-suedwestfrankreich-vom-29-august-bis-zum-05-september-2021\/\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Annual Excursion of the GfU to Southwestern France, August 29 to September 5, 2021&rdquo;<\/span>&hellip;<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[293,400,304],"tags":[],"class_list":["post-2161","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-german","category-mgfu-30","category-open-access-articles","entry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kernsverlag.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2161","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kernsverlag.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kernsverlag.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kernsverlag.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kernsverlag.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2161"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/kernsverlag.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2161\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2182,"href":"https:\/\/kernsverlag.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2161\/revisions\/2182"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kernsverlag.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2161"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kernsverlag.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2161"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kernsverlag.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}