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Eine diluviale Nagetierschicht und ihre Bedeutung für die Klimafrage

Elsbeth Soergel-Rieth

Gebunden, 203 Seiten
verfasst 1924, publiziert 2011

ISBN: 978-3-935751-14-8
39,95 €

Alle Kenner der älteren Urgeschichte Südwestdeutschlands sind mit dem Namen Elsbeth Soergel und ihrer Ausgrabung vom Mai 1923 an der Kleinen Scheuer zwischen der Bärenhöhle und dem Stadel am Hohlenstein im Lonetal vertraut. Der Bekanntheitsgrad dieser Grabung ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Ausgräberin, soweit wir wissen, zu ihren Lebzeiten gar nichts über diesen Fundplatz publizierte. Dieser bemerkenswerte Umstand wird jetzt, 88 Jahre nach der Geländearbeit, mit der Drucklegung ihres Manuskripts von 1924 korrigiert.

– Nicholas J. Conard, Herausgeber

 

Ein Manuskript mit diesem Titel wird im staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart aufbewahrt, versehen mit der Aufschrift „Das lang vermisste Manuskript Soergel zur kleinen Scheuer“. Dieses Manuskript entstand im Jahr 1924, seine Autorin ist Elsbeth Rieth, damals Studentin der Medizin an der Universität Tübingen, meine Mutter. Ihr Name erscheint allerdings an keiner Stelle des Manuskripts. Mit der jetzt vorgelegten Veröffentlichung wird ihre Arbeit zum ersten Mal einem breiteren Kreis zugänglich gemacht.

Elsbeth Rieth beschreibt hier eine Grabung an der Nagetierschicht bei der so genannten kleinen Scheuer am Hohlenstein im Lonetal, die sie im Mai 1923 auf Anregung von Wolfgang Soergel und mit seiner Unterstützung durchführte und die sorgfältige Bearbeitung des dabei gewonnenen fossilen Materials mit der sie u.a. die schon früher vermutete Veränderung der Nagetierfauna beim Übergang von der letzten Eiszeit zur Warmzeit deutlich zeigen konnte.

Das Manuskript hat sie wohl im Sommer 1924, im Alter von 21 Jahren, geschrieben, bevor sie Tübingen verließ um ihr Medizinstudium in Berlin fortzusetzen. Nach ihren Erzählungen übergab sie ihr einziges, handgeschriebenes Exemplar dem Tübinger Anatomen Robert Wetzel, der sich ebenfalls für die Grabungsaktivitäten im Lonetal interessierte, zur Durchsicht. Trotz ihrer Nachfragen hat sie es von ihm nicht mehr zurückerhalten mit der Begründung, er könne es nicht mehr finden. Von Berlin und ihren späteren Stationen aus war es ihr wohl nicht möglich ein neues Manuskript anzufertigen, und so gab sie ihre Arbeit verloren. Merkwürdigerweise hatte Wetzel im Jahr 1961 noch Zugang zu dem Manuskript, wie man seinem Aufsatz „Der Hohle Stein im Lonetal“ entnehmen kann, der meiner Mutter nicht zur Kenntnis kam... Auch andere Erwähnungen zeigen, dass die Grabung und wichtige Ergebnisse der Arbeit meiner Mutter in Fachkreisen bekannt waren...

– Volker Soergel, von seinem Vorwort